Gentechnik im Essen per Gesetz

Peter Bleser, machen Sie da mit?!
| 27. Juni 2007 
Unter diesem Motto läuft bundesweit eine Veranstaltungsserie von Campact, einer Organisation, die sich für eine sozial gerechtere, ökologisch nachhaltigere und friedlichere Gesellschaft stark macht und dafür mobilisiert. Anlass ist die bevorstehende Änderung des Gentechnikgesetztes, die in diesen Wochen Bundesregierung und Bundestrag beschäftigt. Rede und Antwort stehen verantwortliche Politiker Fachleuten, die die Agro-Gentechnik ablehnen.

Am Sonntag, 24. Juni, war Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz mit seinem Team in Wittlich auf dem Marktplatz. Peter Bleser traf dort auf den Präsidenten von Bioland Deutschland, Thomas Dosch, und ein äußerst interessiertes und informiertes Publikum verfolgte den Argumentationsaustausch und diskutierte anschließend sehr überzeugend mit.

Es überraschte nicht, dass Peter Bleser die angeblichen Vorteile der Agro-Gentechnik hochhielt – Lebensmittel mit gesünderen Inhaltsstoffen, weniger Bekämpfungsmittel in der Landwirtschaft – und Thomas Dosch dagegenhielt: Keine Beachtung der „Nebenwirkungen“, weder beim Menschen noch in der Natur, und die drohende Gefahr, dass eine ökologische Anbauweise unmöglich wird, weil gentechnisch veränderte Organismen sich unkontrolliert ausbreiten, was die bisherige Praxis ja schon gezeigt habe.

Einige sehr engagierte Ernährungsberaterinnen konstatierten, dass die herkömmliche, vollwertige Ernährung die Menschen über Jahrtausende erhalten habe, bei Gennahrung aber die Risiken verschwiegen, dafür angebliche Vorteile suggeriert werden.

Die Menschen – das bestätigen alle Meinungsumfragen – wollen die Gentechnik nicht. Trotzdem halten verantwortlichen Politiker, so auch Peter Bleser, unbeirrt daran fest, und verkünden obendrein, sie täten es im Interesse eben jener Menschen.

Unabhängige Wissenschaftler weisen in Tierversuchen immer wieder Missbildungen von Organen durch Gen-Pflanzen nach. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass solche Meldungen konsequent unterdrückt werden. Vielleicht weil ca. 90 Prozent der Gentechnik-Wissenschaftler ihr Geld von der Industrie bekommen? Da wundert es auch nicht, wenn in den USA geleugnet wird, der Anstieg der ernährungsbedingten Erkrankungen um 40% seit der Einführung von Genpflanzen habe irgend etwas damit zu tun.

Sehr deutlich und unter viel Applaus stellte Bioland-Präsident Thomas Dosch diese Zusammenhänge heraus. Peter Bleser bekam nur einmal Applaus, und das auch noch für einen Versprecher: „Wir brauchen die Gentechnik nicht“. Deutlich wurde auch immer wieder betont, dass es sich bei der Agro-Gentechnik um ein Verfahren handelt, das – einmal in die Natur entlassen – genauso wenig rückholbar ist, wie verschüttetes Wasser wieder in den Eimer findet!

Der von sehr vielen Umweltorganisationen unterstützen Initiative von Campact  und entsprechenden Vorstößen von vielen anderen ist Erfolg zu wünschen. Es muss doch möglich sein, Bundesregierung und Buntestagsabgeordnete noch davon zu überzeugen, dass wir dieses in anderen Ländern schon gescheiterte Experiment nicht wiederholen müssen.

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