Knock Out für den Terminator

| 12. Januar 2006 
Die endgültige Enteignung der Urproduzenten, der Bauern, soll besiegelt werden. Die Saatgutkonzerne wollen mit der Terminator-Technologie erreichen, dass nur noch sie bestimmen, was wie angebaut werden soll. 30 Organisationen aus dem Umweltbereich haben sich laut einer Pressemitteilung von ATTAC zur Verhinderung der Umsetzung der Terminator-Technologie zusammengeschlossen.
Genmais & Terminator: Knock Out für die Landwirtschaft

Pressemitteilung
Berlin, 10. Januar 2006
* 30 Organisationen starten Kampagne gegen "Terminator - Technologie" * Gentechnisches Verfahren gefährdet weltweite Ernährungssicherheit. In einer gemeinsamen Kampagne fordern mehr als 30 Organisationen aus dem Umwelt-, Entwicklungs- und Agrarbereich, die so genannte "Terminator - Technologie" weltweit zu ächten. Mit diesem neuen gentechnischen Verfahren wollen Saatgutkonzerne Pflanzen unfruchtbar machen und damit verhindern, dass Landwirte einen Teil ihrer Ernte aufbewahren und im folgenden Jahr als Saatgut verwenden. Bisher wird die Anwendung dieser Technik durch ein Moratorium der Biodiversitätskonvention verhindert, doch dieses ist in Gefahr.

Die Kampagne unter dem Motto "Terminator - Technologie ächten - Freie Saat statt tote Ernte", die heute in Berlin vorgestellt wurde, richtet sich gegen diesen Versuch, die gefährliche Technik hoffähig zu machen."Terminator - Technologie ist der Kopierschutz für Saatgut: Damit sollverhindert werden, dass weiterhin die überwiegende Mehrheit der Bauern das Saatgut aus der eigenen Ernte gewinnt", sagte Oliver Moldenhauer, Attac - Experte für geistige Eigentumsrechte. Rudolf Buntzel vom Evangelischen Entwicklungsdienst betonte die Gefahr gerade für kleine Landwirte im Süden: "1,4 Milliarden Menschen hängen direkt in ihrem Lebensunterhalt vom eigenen Saat-gutnachbau ab. Terminator - Technologie ist lebensvernichtend, denn sie bringt diese Menschen um ihre Ernährungssicherheit."

Georg Janssen von der Arbeitsgemeinschaftliche Landwirtschaft (AbL) warnte: "Entweder können Bäuerinnen und Bauern bestimmen, was sie säen, und damit über die Vielfalt auf den Äckern entscheiden. Oder eine Handvoll multinationaler Saatgut-Unternehmen wird vom Acker bis zum Teller des Verbrauchers bestimmen, was angebaut und gegessen wird." Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, wies auf die ökologischen Gefahren der Terminator – Technologie hin: "Die genetische Eigenschaft der Samensterilität kann über Pollenflug auf Nachbarfelder oder in Wildpflanzen übertragen werden. Die Folge wären wirtschaftliche Einbußen bei Nutzpflanzen und die Gefährdung von Wildpflanzenpopulationen."

Nachdem eine Expertengruppe im Rahmen der Biodiversitätskonvention zu der Einschätzung gekommen war, dass die Terminator - Technologie nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern auch eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit bedeuten kann, wurde ein weltweite Moratorium verhängt. Dieses Moratorium steht in der Gefahr, auf Druck der Regierungen, Neuseelands, Kanadas und Australiens auf der kommenden Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention im März dieses Jahres gekippt zu werden.

Gemeinsam fordern die Organisationen von der Bundesregierung, das Verbot der Terminator - Technologie im deutschen Gentechnik-Gesetz zu verankern. Zudem soll sich die Regierung dem Vorstoß, das internationale Moratorium zu beenden, entgegenstellen und sich stattdessen für eine Stärkung des weltweiten Verbots einsetzen. Um dies zu erreichen, will die Kampagne möglichst viele Unterschriften unter ihr Positionspapier sammeln, das absofort unter www.freie-saat.de unterzeichnet werden kann.

Weitere Informationen:
* Das Positionspapier mit allen Unterstützerorganisationen und Hintergrundinformationen zur Terminator - Technologie finden sich unter http://www.freie-saat.de

* Fotos von der heutigen Auftaktaktion sind ab 14 Uhr online unter http://www.freie-saat.de und http://www.attac.de Für Rückfragen:* Kampagnenbüro, c/o BUKO Agrar Koordination, Sandra Blessin, Tel.040-392526 oder 0177-97 28 275, info(at)freie-saat.de* Oliver Moldenhauer, Tel. 0177-3068911
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Malte Kreutzfeldt
Pressesprecher Attac Deutschland
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Post: Münchener Str. 48, 60329 Frankfurt/M
Tel.: 069/900 281-42, Mobil: 0170-233 4746
Mail: presse(at)attac.de, Fax: 069/900 281-99
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