Zwei zeitgemäße Gedichte von Jochen Gölitz

Jahres-Herbst-Zeit in der Krise sowie RAUSCHKAUF IM KAUFRAUSCH
| 28. November 2020 

Zwei Gedichte von Jochen Gölitz/Reichshof-Heischeid/NRW

Jahres-Herbst-Zeit in der Krise*

 

Vor-Bei ist hier noch lange nichts:

Die "Corona" dieser Schöpfung weiss.

Längst waren sie gewarnt; verpflicht´s

Sich zu besinnen doch "drauf scheiss".

 

Feten feiern, Glauben hegen,

sich beschweren, Nähe zwingen,

Vollgas geben, Stimmung pflegen,

auf die Plätze, brüllen-singen

 

Lauthals andere beschimpfen,

Abstand? doch wohl nicht mit mir,

los mach flott wir wollen Impfen,

mancher weckt in sich das Tier.

 

Dieses weider einzufangen,

ist das Job der Kanzlerin?

mitgefangen - mitgehangen?

NEIN - es ist auch andres drin.

 

Haltet euch an keine Regeln!,

ist dan Freiheit in Gefahr? .

Wahrheit ist das Maß von Pegeln,

und zu-FRIEDEN ist wer wahr.

 

Große Krisen werden kommen,

weil uns die Natur egal,

größte Weiten schnell erklommen,

mit dem "Flieger" ist doch klar.

 

Alles ist schon lange offen -

bar - doch tat es uns nicht weh,

ob woanders wer ersoffen,

"Leck mich Arsch, wir haben Schnee!"

 

Aus Kanonen und aus Rohren,

Kunst nicht nur von M.Werde,

Leider sind wir doch verschworen

ES IST UNSRE KLEINE GROßARTIGE ERDE

 

*JoeGoe-22.10.2020-am Nachmittag

 

RAUSCHKAUF IM KAUFRAUSCH

1.

Vor ein paar Wochen waren wir, in einem Wa(h)ren-Kaufpalast,

erbaut aus Marmor, Stahl und Stein, mit großen Flächen glanzverglast,

in diesen konnte man sich spiegeln und sah sofort oh Weh, oh Schreck,

daß diese alten Anziehfummel, die man grad`trug, sie mußten weg,

um Platz zu schaffen für die neuen und schicken, megatollen Brocken, 

geschleust durch alle Shoppingläden, gestyled vom Hut bis zu den Socken.

2.

Auch war schon klar am Horizont der nächste Urlaub zu erwarten,

worauf in einem Travel-Center, Erwerb von Fliegereincheckkarten,

nur weg aus diesem miesen Wetter, mit Nebel, Kälte, Regenschauer,

wenn auch Erkältung in zwei Wochen, für Zukunft nicht von langer Dauer

so hat man doch, je nach dem Orte , an den man sich begeben hat,

Die Speisekarte rauf und runter. die deutsche Küche endlich satt.

3.

Ja, da beginnt ein neues Thema, die Esslust ist nun angesagt,

jetzt schnell in einen Schlemmerladen, wo niemand nach Kalorie fragt.

nein lieber nach ner Schweinehaxe, mit Sauerkraut und auch Püree,

später ein Teilchen, Sahne möglichst, dazu `nen großen Pott Kaffee,

Hiervon gestärkt oder geschwächt, je nach Gefühl in Leib und Kopf,

und in dem letzten geistert wieder, ich will ´nen neuen Bratentopf.

4.

Denn, wenn der auch erworben ist, ist das Geschleppe doch schon groß,

da gibt es plötzlich in die Seite ´nen spitzen harten Rippenstoß,

fast hätte ich beinah´ vergessen, doch da ist es ja schon parat,

das herzensallerliebste Tantchen, das Friedchen, bald Geburtstag hat,

sodaß wir hier in aller Ruhe, weil wir jetzt sind mun mal vor Ort,

bis ein Geschenk gefunden ist, solange gehen nicht fort.

5.

Die Sache ist doch schon recht stressig, ´ne Vase?, nein! und auch kein Schal,

wär es doch nur für Onkel Willy, dem ist das völlig ganz egal,

aber das Tantchen, gute Güte, da muß es schon was Dolles sein,

denn schließlich, da sie Erbetante, möcht´man in ihrem Brett ´nen Stein,

doch solls auch nicht zu teuer kommen, und in der mannigfalt´gen Not,

kommt man zu einer Rheumawäsche, natürlich Sonderangebot

6.

Gesagt, getan, das Teil erworben, auch geht die Knete langsam aus,

jetzt ist die Zeit, das wir uns machen doch auf den langen Weg nach Haus,

dabei, so fällt es allen ein,

ist unser Auto doch zu klein,

bei diesen Großpaketen und Tüten, Taschen, Allerlei,

ein Van, das wäre was gescheites, drum schnell noch bei VW vorbei.

7.

Ein Vorführwagen erster Klasse, für kleines Geld zu haben ist,

der bei gemixter Euro-Fahrt nur 10 - 13 Liter frißt.

das ist, so weiß man ziemlich wenig für so ein Traumtransportgerät,

Anzahlung ist das alte Auto, der Rest von unserer Hausbank steht,

jetzt aber rein in diesen Schlitten uund ab damit die Fahrt nach Haus,

doch auf dem Weg noch ins "Kneiperie" zum feinen Abendessensschmaus,

zufrieden heimatlich gelandet ist man entspannt, erleichtert, frei,

und meint, sich selbst damit betrügend, daß man dem Rausch entkommen sei.

JoGö 190997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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