BAUM

Schwebende Poesie besänftigt unsere aufgewühlten Herzen in diesen Zeiten
|  1. Juni 2020 
Mitfühlen mit den Lebewesen, skizzenhaft entfaltet in Versen von Wolfgang Maciuga (Immert im lieblich-rauhen Hunsrück)

 

Baum

Ich schau ihn an und weiß, daß auch er mich sieht,

und zur mir spricht,

in seiner uralten Sprache,

aus Blätterrauschen uund Licht.

 

Und ich stehe still,

wie auche er steht in Stille,

und ich blicke in ihn, wie auch er blickt in mich,

bis die Grenze verschwimmt, die uns trennt,

und ich werde zu ihm

und er versenkt sich in mich

 

Für einen kurzen Momen träume ich seine Träume,

und er träumt die Meinen, die so verschieden nicht sind,

denn das, was wir sehnen,

ist das Weiten der Räume,

wo Berührung beginnt,

bevor das Leben im Zeitstrom verrinnt

 

 

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