22.Dezember 2012: Der erste Tag nach dem Weltuntergang !

Der Philosoph Karl Jaspers steht in der abendländischen Tradition der Apokalypse, dem großen Scheitern der Menschheit durch Selbstzerstörung=- menschengemachter Klimawandel, Atomkraftnutzung, Wekltkrieg... . Er wagt indes das Denken über den Tag X, den Tag der Apokalypse hinaus. In seiner Schrift "KLEINE SCHULE DES PHILOSOPHISCHEN DENKENS" (Sammlung Piper, 1964) offenbart er im Kapitel XIII "Die Philosophie in der Welt" seine "endzeitlichen Einsichten", die dennoch jeglicher Verzweiflung und Resignation entgegentreten, die begründet in Philosphie die"WÜRDE DES MENSCHEN NOCH IM UNTERGANG BEWAHREN".

Karl Jaspers: DIE PHILOSPHIE IN DER WELT (Einige Zitate)

Heute ist die Frage, ob die Menschheit sich insgesamt vernichten wird.

Was soll da die Philosphie ?

Sie lehrt wenigstens, sich nicht täuschen zu lassen. Keine Tatsache und keine Möglichkeit läßt sich beiseite schieben. Sie lehrt, dem wahrscheinlichen Unheil ins Angesicht zu blicken. Sie stört die Ruhe in der Welt. Aber sie verwehrt auch die Unbesonnenheit, das Unheil für unausweichlich zu halten. Denn noch liegt es an uns, was wird.

Die Philosophie könnte, wenn sie in ihrem Denken kräftig, für Menschen überzeugend und durch Menschen, aus denen sie spricht, glaubwürdig würde, ein Faktor der Rettung sein. Sie allein ist es, die die Denkungsart wandeln kann.

Dann aber, angesichts des möglichen totalen Scheiterns, würde Philosophie die Würde des Menschen noch im Untergang bewahren. In der auf Wahrheit gegründeten Gemeinschaft der Schicksalsgefährten sieht der Mensch dem entgegen, was kommen mag.

Denn im Untergang ist nicht Nichts. Das Letzte ist der im Scheitern liebende, ein unbegreifliches Vertrauen in den Grund der Dinge bewahrende Mensch.

Sprechen wir in Chiffern(=Symbol/Chiffre = Geheimschrift): Der Ursprung aus dem Kosmos, die Erde, das Leben. der Mensch und die Geschichte hervorgegeangen sind, hat uns unzugängliche Möglichkeiten. Die Erfahrung des sehenden Scheiterns kann ihr gewiß sein.

Es war ein Versuch, unendlich andere werden folgen. Aber Liebe und Wahrheit, in solchem Versuch eine Zeitlang gegenwärtig, bezeugen, daß es sich mehr als um einen Versuch handelte. Ein Wort der Ewigkeit wurde gesprochen.

Kein erfüllbarer Gedanke, kein Wissen, kein leibhaftig Faßliches, keine jener ausgesprochenen Chiffern reicht dahin.

Jenseits aller Chiffern erreicht der Gedanke das vom unergründlichem Grunde erfüllte Schweigen.

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