Die GRÜNEN: Dabei sein ist alles !

Oder sind die GRÜNEN nur noch die Steigbügelhalter der SPD?
| 20. November 2012 
Erste grüne Lockerungsübungen gegenüber dem SPD-Bundeskanzlerkandidaten stellt die Süddeutsche Zeitung inzwischen fest. Adelte Altbundeskanzler Schmidt Steinbrück noch mit den Worten: "Der kann Kanzler", so zweifeln die GRÜNEN zunehmend am sozialen Gewissen des vormaligen Grünenfressers. Wobei die Vortragshonorare von Schmidt und Steinbrück so ziemlich gleichauf liegen. Aber das dicke Geld kassierte Schmidt erst nach seiner Kanzlerschaft, Steinbrück hingegen schon vor seiner angestrebten Kanzlerschaft. Wenn es denn wirklich dazu kommen sollte.

Tucholsky: "Man soll nie so tief sinken, dass man den Kakao durch den man gezogen wird, auch noch trinken muss."

Den GRÜNEN kommt da eine Ahnung: "Kann der Steinbrück glaubhaft gegen die Bankster polemisieren, wenn er selber von Ihnen die dicke Vortragskohle eingestrichen hat." Kaum denkbar. Wobei sie selber zu Zeiten der rot-grünen Regierung unter Schröder als Juniorpartner mit dem ehemaligen Sponti und Häuserkampf-Stadtguerilla Fischer den Kampfhund Finanzkapital samt Hedge Fonds von der Kette gelassen hatten. Dies ohne zu vergessen selbigem Kampfhund den Maulkorb abzunehmen, sprich alle soziale Sicherungen gegen das Finanzkapital zu lockern. Die Ergebnisse sind bekannt: der viel gerühmte sozialdemokratisierte Sozialstaat, der " rheinische Kapitalismus" ist in eine erhebliche Schieflage geraten. Und die Bankster haben uns global in eine veritable Finzkrise reingeritten!

Jetzt soll angeblich von der nächsten rot-grünen Regierung dieser Kampfhund wieder an die Kette gelegt werden. Ausgerechnetzusammen mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück . Dagegen mutet Angie Merkel wie eine pausbackenene muttihafte Sozialdemokratin an. Eine mit Augenmaß, mit Pragmatismus bis zur Selbstverleugnung. Ist ja denn auch kein Wunder, dass die SPD nur noch dann Erfolge einheimst, wenn sie wie Hannelore Kraft in NRW erfolgreich die Mutti der Nation vorerst auf Landesebene kopiert.

Und hier, bei uns zu Lande, könnte eine weitere Kopie von Angie Merkel mit Malu Dreyer in Szene gesetzt werden. Die medialen Vorschusslorberen für Malu Dreyer sind wirklich beeindruckend. Ja so beeindruckend auch für die hiesiegen rheinland-pfälzischen GRÜNEN, dass diese brav und bieder den Übergang von King Kurt zur Quen Malu ohne Murren mitragen. Man nennt dies bei den GRÜNEN offensichtlich Realpolitik. Was für ein Irrtum! Realpolitik bedeutet ja nicht, die Realität einfach als mehr oder weniger gegeben hinzunehmen, sondern vielmehr diese real zu ändern.

Was hätte denn die RLP-GRÜNEN daran gehindert angesichts des Nurbürgring-Korruptionsskandals die Vertrauensfrage gegenüber King Kurt zu stellen? Anstatt alles, was vor der Wahl kritisch dazu angemerkt wurde dem Vergessen der WahlbürgerInnen anheim zu geben. Die GRÜNEN wären doch mit Sicherheit gestärkt aus Neuwahlen hervorgegangen und hätten sowohl in Richtung SPD und CDU glasklar ihre Forderungen wie die umfassende Aufklärung des Nürburgringskandals oder aber einen Baustopp des für Hochmoselbrücke sowie zumindest die Durchsetzung des Nachflugsverbotes auf dem Flughafen Hahn und den Verzicht auf Zwangsfusionen bei der Kommunal - und Verwaltungsreform durchsetzen können.

Das wäre Realpolitik vom Feinsten gewesen! Und wer dann - leicht überspitzt ausgedrückt - der Juniorpartener der GRÜNEN geworden wäre, ob CDU oder SPD, das wäre dann zweitrangig gewesen.

Diese realpolitische Chance haben die GRÜNEN hier in RLP vertan. Und so werden sie weiterhin Juniorpartnerder SPD bleiben, immer nach dem Motto:"Dabei sein ist alles!" Doch für eine durchgreifende Ökologisierung und Sozialisierung unserer Gesellschaft reicht das nicht. Man muss sich mittlerweile wirklich fragen: "Realpolitik, können das die GRÜNEN?"

 

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