Dioxin in Futtermittel

Eine Lesermeinung
| 26. Januar 2011 
Toll, trotz Dioxin-Skandal in Lebensmittel, also Mittel zum Leben, lehnt die CDU/FDP-Koalition im Agrarausschuss ein schärferes Vorgehen im Verbraucherschutz ab.

Zu sehr verflochten sind die Politiker mit der Lebensmittelindustrie, wobei die Betonung auf „Industrie“ liegt. Behördliche Kontrollen werden nur halbherzig durchgeführt. Man verlässt sich auf die Selbstkontrolle der Industrie. Die Politik ist zum Handlanger der Lobbyisten verkommen und setzt sträflich die Gesundheit und Leben der Bürger aufs Spiel.

Ein weiterer Skandal: Die betreffende Skandal-Futterfett-Firma wurde erst im Oktober zertifiziert und ohne Kontrolle mit dem Siegel des Deutschen Bauernverbandes ausgelobt. Traurig, dass der Bauernverband seine eigenen Mitglieder somit in existenzielle Nöte bringt. Das eigentliche Problem liegt aber in der Politik und dem durch sie vertretenem System der Rationalisierung, der „brutalstmöglichsten Renditemaximierung, koste was es wolle, (auch Arbeitsplätze)“.

Lebensmittel müssen immer billiger werden, weil 

  1. immer mehr Menschen (Niedriglöhner, 1-Euro-Jobber, Familien mit niedrigem Einkommen) darauf angewiesen sind billigst beim Discounter einzukaufen; diese allerdings zu den reichsten Milliardären in Deutschland gehören.
  2. Der Bauer muss sich der Marktmacht beugen, billigst seine Nahrungsmittel verkaufen und 
  3. muss er gezwungenermaßen, um finanziell über die Runden zu kommen, billig Futtermittel einkaufen. 
  4. Diese Futtermittelhersteller machen einen fetten, hochkriminellen Reibach mit der Zumischung von billigsten dioxinhaltigen Fetten.

Unsere Politiker aber beschwichtigen (im Auftrag ihrer Lobbyistenklientel?) dass beim Verzehr eines Frühstücksei keine gesundheitliche Gefahr ausgehe. Welch ein Volksbetrug! Wie viel Gift haben wir Bürger seit Jahrzehnten schon serviert bekommen, ohne dass wir es wissen? Aber da kommt uns ja die Pharmaindustrie zu Hilfe, die uns über ihr Sprachrohr Gesundheitsminister Rösler die richtigen überteuerten Pillen verkauft.  Es ist höchste Zeit, dass Politik für den Menschen und gemeinsam mit den Menschen gemacht wird. Packen wir`s an.

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