SPRUCH DES TAGES: Karl Jaspers zum "Phantom der Führer und Propheten"

Die Idee der Freiheit als Grundlage
| 22. September 2010 
In der Auswahl aus seinen Werken mit dem Titel "VON DER WEITE DES DENKENS" Piper-verlag) - Seite 95, sowie Seite 134 - äußert sich der Philosoph Karl Jaspers zum Führerkult und zur großen Idee der Freiheit.

Führer

Niemand von uns ist Führer, keiner ist Prophet, der gültig sagte, was ist und was zu tun sei. Alle "Führer" sind unheilvolle Phantome gewesen. Sie haben die Freiheit geraubt, erst innerlich, dann äußerlich. Aber sie waren möglich, weil so viele Menschen nicht mehr frei, nicht mehr selbstverantwortlich sein wollten."

(Zitat aus Karl Laspers: Hoffnung und Sorge, S. 28. Schriften zur deutschen Politik 1956, München 1965)

 

Die Idee der Freiheit als Grundlage

Die sittlich-politische Grundlage der Staatsgemeinschaft kann heute weder der christliche Glaube, noch eine Art Marxismus, noch irgendeine Weltanschauung sein, sondern nur das, was alle Staatsbürger gemeinsam bejahen können, die politische Freiheit als Idee...

(Zitat aus Freiheit und Widervereinigung, S. 62. Über die Aufgaben deutscher Politik, München 1960)

Freiheitsbewegungen

Die Größe unserer abendländischen Geschichte sind die Freiheitsbewegungen im Miteinanderreden: in Athen, im republikanischem Rom, im frühen Island, in den Städten des späten Mittelalters, in der Konstituierung der Schweiz und der Niederlande, in der Idee der Französischen Revolution trotz ihres Abfalls und ihres Übergangs in Diktatur, in der klassischen Geschichte der Engländer und Amerikaner. Wo die Freiheit in einer Abstraktion zum Ziel gemacht wird, da wird sie eine Phrase auf dem Weg zu irgendeiner neuen Gewaltsamkeit. Wo in Freiheit redliche Selbstbezwingung aller, die miteinander handeln, stattfindet, da geschehen konkrete Schritte zur Verwirklichung der Freiheit der Zustrände.

(Zitat aus Rechenschaft und Ausblick, S. 287 f..Reden und Aufsätze, München 1951; zit.:5.-11.Tausend München 1958)

Nur die politische Freiheit kann uns zum ganzen Menschen werden lassen.

(Zitat aus Kleine Schule des philosophischen Denkens, S.77, München 1965;zit.: 13.-22.Tausend München 1965)

 

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