Vincent van Gogh in Lückenburg bei Thalfang

| 21. Oktober 2008 
Eine Finissage der besonderen Art ereignete sich in dem kleinen Hunsrückort Lückenburg. Hermann Wurzel, Kunstmaler, hielt zur Finissage seiner Kunstausstellung einen Dia-Vortrag mit dem Titel "Vincent van Gogh-in Werk, Wort und Bild." Der verantwortliche Redakteur von TachelesRegional war überwältigt. Hier seine subjektiven Eindrücke dieser unvergesslichen Finissage.

Sonntag, 19.Oktober, 19:30 Uhr in den Räumen des Kulturforums Gralswelt

Ja, es gibt unendliche viele Abhandlungen über Vincent van Gogh. Ein Klick bei Google: 960.000 Einträge.

Vincent van Gogh, dargestellt vom Lückenburger Maler Hermann Wurzel, den allerdings sucht man vergeblich in der Google-Suchmaschinerie. Den muss mensch inmitten der herbstlich-bunten Hunsrücklamdschaft, im abgelegen Lückenburg mit knapp über 100 Einwohnern in der Nachbarschaft von Thalfang aufspüren, entdecken.

In den Ausstellungsräumen des Kultur-Forum der Gralswelt, inmitten seiner Bilder entwirf der drahtige ältere, hoch-konzentrierte Hermann Wurzel, in seiner fast bieder erscheinenden Habitus vollkommen dem Klischeebildeines Künstlers widersprechend, sein Vincent van Gogh-Bild.

Andächtig, fast hingebungsvoll lauscht die hochbetagte Zuhörerschaft dem ruhigen, leise, doch eindringlichen VortragsDuktus von Hermann Wurzel.

Distanzlos, den großen Malerkollegen und dessen geniale Farbbessenheit bewundernd, demonstriert er mit zahlreichen Dias wie Vincent van Gogh mit höchster Disziplin seine inneren Existenzkrisen mit größtmöglicher Intensität und kraftvoller meist kurzer Pinselführung zum Ausdruck brachte. Wie Vincent van Gogh seine hochpräzisen Rohrfederzeichnungen als Vorlagen für die im Atelier angefertigten Meisterwerke anlegte. Alles erscheint spontan und fast wild-absichtslos bei van Gogh, doch unterliegt alles einer gezähmten zum Zerreißen angespannten Disziplin. Alles ist trotz und wegen der innerlichen ungeheuren Hochspannung in sich stimmig und ausbalanciert.

Eindringlich schildert Hermann Wurzel die intensive explosive Begegnung von Vincent van Gogh mit dem kongenialen Paul Gauguin, das seelische Leiden des Vincent van Gogh, der in seinem kurzem Künstlerdasein so viel Härte, Armut und Verzweiflung gesehen und selber durchlebt hatte. Und dann - zum Ende seines Vortrages - wirkt der Lückenburger Maler wie erschüttert vom Freitod des 37jährigen van Gogh, als hätte dieser sich erst kürzlich und in aller Nähe ereignet.

Ein Maler, nicht ein Kunsthistoriker, ein gelernter Farblithograph, nicht ein akademisch vorgebildeter Theoretiker, ohne wertfreie kunsthistorische Distanz zum Gegenstand seiner Betrachtungen, reichert er vielmehr beständig seine Ausführungen mit Bemerkungen wie „diese unglaubliche Disziplin von van Gogh, die ich auch gerne hätte“ an. All dies aber in einem gleichmäßigen, fast montonenen Vortagsstil, der dennoch emotional-knisternd aufgeladen wird von seinem innigen Bemühungen in die Seelenwelt des Vincent van Gogh sich einzufühlen.

Linkverweise: http://de.wikipedia.org/wiki/Vincent_van_Gogh

http://www.kulturforum-gralswelt.info/seiten/veranstaltungen-2008/12-19-10-2008/wurzel-S2.html

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