Willkommen an der Mosel!

Oder etwa nicht?
|  3. Februar 2008 
Die Weinprobe mit Stuart Pigott im Mattheiserhof in Graach war rundum gelungen, keine Frage. Trotzdem nimmt ein Leserbriefschreiber von der Obermosel Anstoß daran, dass sich jemand „Fremdes“ in die Angelegenheiten der Moselaner einmischt. Für ihn ist der Weiterbau der B 50 neu Inbegriff für den Weg der Mosel in die große weite Welt und deshalb schrieb er am 30.01.2008 im Trierischen Volksfreund:

„Wie kam Herr Pigott nach Graach?

Sicher über gut ausgebaute Straßen, wenn nicht mit dem Flugzeug. Wir hier in Eifel und Hunsrück, an Mosel, Saar und Ruwer wollen auch endlich an die Welt angebunden werden. Ratschläge von Fremden haben und lange genug zu belächelten, leicht rückständigen Deppen einer Grenzregion gemacht. Der Anschluss an die Welt muss her, für jedermann, und nicht nur für Fachleute, die solche sind, weil das, wovon sie sprechen, für die meisten Menschen allein schon verkehrstechnisch nur schwer zu erreichen ist.

Wilfried Plohmann, Pellingen"

Das darf - wenn auch nur ein Mindestmaß an Anstand noch Geltung hat - so nicht stehen bleiben, schon aus Achtung gegenüber dem Moselfreund Stuart Pigott. Daher wäre es nicht mehr als recht und billig, wenn die Stellungnahme des Veranstalters ebenfalls im Trierischen Voksfreund zu lesen sein wird. Sie lautet:

"Die VBB als Veranstalter ist äußerst erstaut darüber, dass ein Leser so ungeniert und offensichtlich ohne sich vorher schlau zu machen, derart falsche Behauptungen in die Welt setzt. Ihr Inhalt und vor allem die Formulierung grenzen schon an Rufschädigung.

Zur Sache: Stuart Pigott, bekennender Nicht-Autofahrer ohne Führerschein, ist ganz problemlos und bequem mit dem Zug aus Berlin angereist. Vom Wittlicher Hauptbahnhof mussten wir ihn allerdings mit dem Auto abholen. Aber das ist keine Frage des unzureichenden Straßenausbaus, sondern eines schlecht funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehrs - also eine Aufgabe, die die Region zu bewältigen hat. Über den Hochmoselübergang hätten wir an die Mosel übrigens einen großen Umweg machen müssen.

Stuart Pigott in einen Kanon mit "Fremden" einzureihen, deren "Ratschläge uns lange genug zu belächelten, leicht rückständigen Deppen einer Grenzregion gemacht haben", ist geradezu empörend.

Erstens ist Stuart Pigott, der übrigens 10 Jahre in Bernkastel-Kues gelebt hat, an der Mosel möglicherweise mehr "zu Hause" als mancher, der schon länger hier wohnt. Zweitens sind Menschen, die die Mosel liegen, unsere herzlich willkommenen Gäste.

Wenn der Leserbriefschreiber sich als belächelter, leicht rückständiger Depp empfinden sollte, ist das seine Sache. Damit muss sich ansonsten niemand identifizieren."

 

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