„Steht zusammen auf, damit die Welt nicht untergeht!“

| 31. Dezember 2007 
Wer hätte gedacht, dass diese Aufforderung der Titel eines Schlagertextes ist? Zufällig traf er auf meine Ohren, als ich mal wieder zur halben Stunde im Radio auf SWR 4 umschaltete, um die Nachrichten aus der Region zu hören. Eigentlich bin ich gar kein Fan der üblichen Schlagermusik. Aber das Lied gefällt mir ausgezeichnet. Ich weiß zwar bis heute nicht, wer es singt, aber eins ist mir klar: Diese Botschaft an dieser Stelle und an – das muss man neidlos anerkennen – ein großes Publikum macht Mut.

„Alles Gute kommt von unten“ titelte in diesem Jahr der 7. Regionale Klimagipfel in Trier.  Wäre das Lied schon bekannt gewesen, hätten die Veranstalter – die Lokale Agenda 21 Trier, der AStA der Uni Trier, die VBB – Vereinigung Bürger für Bürger und der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND – es glatt zur Titelmusik machen können.

Die Botschaft ist klar und einfach: Wenn die Menschen aufhören, sich einreden zu lassen, sie könnten ja doch nichts ändern, und wenn sie dann wirklich tun was sie können, jeder für sich und alle zusammen, dann lässt sich das Ruder durchaus herumreißen.

Gerade auf dem so lebenswichtigen Sektor der Energieversorgung haben wir das Heft doch – noch – in der Hand: Den Strom, den wir selber erzeugen, brauchen uns RWE und Co. nicht mehr zu liefern: Und so werden sie zwangsläufig die Finger vom Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke und dem Weiterbetrieb gefährlicher Atommeiler lassen müssen. Appelle und Reden helfen nicht weiter – siehe das enttäuschende Ergebnis von Bali. Und die deutsch Kanzlerin, die sich dort noch als Umweltengel feiern ließ: Kaum zurück setzt sie sich schnell wieder mit der Automobilindustrie ins Boot., um „die Ärmsten“ vor „überzogenen“ Forderungen aus Brüssel zu schützen.

Nicht ärgern – selber machen kann es da nur lauten. Und wenn ein Schlagertext das so eindringlich vermittelt, dürfen alle Aktiven die Chance nicht versäumen, sich an die Spitze einer neuen, selbstbewussten Volksbewegung zu setzten und all ihre Erfahrungen in die Waagschale zu werfen.

Auch in der kommunalen Politik gibt es noch viele dicke Bretter zu bohren, die ich heute und hier gar nicht aufzählen will. Aber verzweifeln sollten wir deshalb nicht. Es kommt Bewegung in die Sache. Ein hoffnungsvolles Zeichen setzte jüngst erst Bürgermeister Eibes aus Morbach: In längstens 20 Jahren soll seine Gemeinde sich richtig selbst mit Strom versorgen, das heißt nicht mehr nur ins RWE-Netz einspeisen, sondern die Organisation richtig selbst in die Hand nehmen und im wahrsten Sinne des Wortes dezentral werden. Wer sich noch daran erinnert, wie mühsam auch in Morbach alles anfing, als die Windenergie auf dem ehemaligen Munitionsdepot das erste Mal ins Gespräch kam, der kann sich heute nur von Herzen freuen.

Deshalb: Steter Tropfen hat noch jeden Stein gehöhlt und – gemeinsam ist man stärker: „Steht zusammen, damit die Welt nicht untergeht“.

In diesem Sinne allen, die guten Willens sind, ein erfolgreiches Neues Jahr.

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