Grußwort zum 7. Regionale Klimagipfel

| 27. Oktober 2007 
Richard Pestemer, Koordinator vergangener Regionaler Klimagipfel, kann am 7. Gipfel aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen. Deshalb richtet er die folgende Grußbotschaft an Organisation und Besucher der Veranstaltung.

Liebe Teilnehmer/innen des 7. Regionalen Klimagipfels!

Aus beruflichen Gründen kann ich am 7. Regionalen Klimagipfel, dem siebten, nicht teilnehmen.

Aber wie Ihr wisst, ist SIEBEN ein vertrackte Zahl. Das verflixte siebte Jahr, Ihr wisst schon. Will sagen, der Honeymoon, die erste Begeisterung ist schon lange vorbei, es ist eine gewisse Routine eingetreten, die aber erschöpfend wirken kann.

In den letzten sieben Jahren haben wir – das sei hervorgehoben – so gut wie keinen Aspekt der nachhaltigen Energiewende und des Klimaschutzes – auch dank hervorragender ReferentInnen und Schutzpatrone außer Acht gelassen.

Dennoch, stellen wir zusammen mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und vor allem Al Gore, dem ehemaligen US-Vize-Präsidenten fest :“ Die Lage ist so ernst wie nie!“ Als einer der in Köln aufgewachsen ist, neige ich dazu , schlaksig zu antworten: „ Et hät äver noch immer jot jegange! = Es ist aber immer noch gut ausgegangen.

Da allerdings kann mensch sich nicht mehr ganz so sicher sein. Und dies obwohl im nahegelegenem MORBACH, da wo vom größten US-Munilager außerhalb der USA jetzt eine Energielandschaft boomt und eine 100 % ige Selbstversorgung aus alternativen klimaschonenden Energieträger Windkraft, Photovoltaik und Bioenergie praktiziert wird . Es wird sogar schon Energie Made in Morbach exportiert.

Kurzum: Technisch geht es! Technisch ja, aber geht es politisch- gesellschaftlich. Bleibt Morbach oder bleibt Beckerich aus Luxemburg, die ebenfalls in Richtung Energieselbstversorgung gehen, eine Ausnahme von der Regel: Neue Kohlkraftwerke plus Atomkraft plus Erneuerbare Energien plus, ja jetzt kommt es KRIEGSFÜHRUNG ZUR ABSICHERUNG ALLER NICHT ERNERBAREREN ENEGIERESSOURCEN im Schlepptau der niedergehenden Supermacht USA. Droht uns dieser unheilvolle Energienix?

Und der ist präsent in der Region. Ich erinnere an die US - Kriegsbasis Spangdahlem, die ja auch eine wunderbare Energielandschaft abgäbe. Nach dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen.“ Das benachbarte Bitburg hat jedenfalls angefangen zu boomen als die amerikanische Soldateska abzog.

Worauf will ich hinaus: Im Schatten der Ausweitung der US-Kriegsführung zur Aufrechterhaltung des erheblich angeschlagenen Supermachtstatutes – und wir wissen, dass angeschlagenen Boxer wild um sich schlagen – können wir nicht einfach so weitermachen wie bisher. Wir müssen auf der GRUNDLAGE des Artikels 26, Absatz 2 Grundgesetz eine Kampagne gegen die existenzbedrohende Existenz von Spangdahlem, Ramstein und Büchel – vollgestopft mit Atomwaffen – führen. In Art. 26 Absatz 2des Grundgesetzes  heißt es: “Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht unternommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskriegs vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“

So betrachtet müssten alle Politiker der Regierungsparteien und der "loyalen" Opposition - noch mit Ausnahme der LINKEN, und das bleibt hoffentlich so !- oder wechselweise, sowie das Kriegsbasenführungspersonal vor Gericht gestellt werden. Oder war der Irakkrieg nicht ein willentlicher Angriffskrieg, der das friedliche Zusammenleben des deutschen Volkes mit den Völkern des Nahen und Mittleren Ostens nachhaltig stört und geradezu terroristische Angriffe auf diese ?Base? provoziert, man möchte fast meinen, herbeiwünscht.

In diesem Sinne – zur Absicherung der konstruktiven friedenserhaltenden Energiewende – scheint es mir dringend geboten – öko-pazifistisch zu handeln, klarzumachen, dass wir nicht die Energiewende wollen von wegen einer besseren Standort-Konkurrenzpolitik – was sowie blödsinnig ist, da ja alle sich 100%ig selber versorgen sollen im Verbund – sondern, dass  eine nachhaltige Energiewendepolitik regional und lokal von existenzieller friedenspolitischer Bedeutung ist und somit auch eine nachhaltige Friedensdividende ermöglicht, wo alle was von haben. Man nennt das Neuhochdeutsch Eine „WIN - WIN-Situation“.

Mein Vorschlag, den ich schon an verschiedenen Freund/innen gerichtet habe, ist daher, dass sich die Energiewende- und Klimaschutzbewegung als Teil einer weltumspannenden Friedenserhaltungsbewegung – als ALT-GRÜNER sage ich Öko-Pax und nicht ökologische Modernierung des Kapitalismus! – versteht und sich an einer regionalen Kampagne zur Abschaffung aller Kriegsbasen in RLP, Deutschland und weltweit beteiligt.

Vernetzt und ganzheitlich zu denken und zu handeln, auch nach dem verflixten siebten Jahr nicht in die Expertenroutine abzugleiten, sondern im besten Sinne volkstümlich zu bleiben, das wünsche ich uns allen.

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Flyer zum 7. Regionalen Klimagipfel

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