„Es wird schon klappen“

Flurbereinigung und B 50 neu-Planung wirklich ohne Risiko?
| 15. Juni 2007 
Diese Frage stand im Mittelpunkt des Runden Tisches in Graach, zu dem VBB-Bürgermeisterkandidat Patrick Schenk eingeladen hatte. Sie wurde gleich zu Beginn von einer Besucherin angesprochen, die sich große Sorge um die Gefahr für die gute Luft auf der Graacher Höhe macht und deshalb in einem intensiven Briefwechsel mit den Genehmigungsbehörden steht. „Ich bin doch deswegen hierher gezogen“.

Diese Frage stand im Mittelpunkt des Runden Tisches in Graach, zu dem VBB-Bürgermeisterkandidat Patrick Schenk eingeladen hatte. Sie wurde gleich zu Beginn von einer Besucherin angesprochen, die sich große Sorge um die Gefahr für die gute Luft auf der Graacher Höhe macht und deshalb in einem intensiven Briefwechsel mit den Genehmigungsbehörden steht. „Ich bin doch deswegen hierhiergezogen“.

Für Patrick Schenk ist es denn auch ein Unding, in dem durch frühere Bergbautätigkeit belasteten Gebiet ohne vorausgegangene vernünftige Tests die Baggerschaufel ansetzen zu wollen: „Wir haben nur eine Heimat. Die ist schön und wir sollten sie lassen wie sie ist.“ Er habe sich über die Fakten aufklären lassen und über die Gefährdungen, die aufgrund der Belastung durch Bergbaurelikte für alle Graacher Bürger drohen können, wenn man den Boden nicht in Ruhe lässt. Mit dem Gutachten des geologischen Landesamtes, das solche Kontaminationen in verschiedenen Bachauen festgestellt hat, dann aber lange Jahre „in der Schublade“ lag, müsse man sich genau befassen und den stark wasserführenden Graacher Hang gezielt untersuchen. „Wir werden erst Ruhe geben, wenn es nachweislich keine Gefahren gibt.“

Ebenfalls als Problem zwar erkannt, aber offensichtlich nicht ausreichend untersucht: Die stetigen Hangrutsche, die man mit bloßem Auge erkennen kann: „Die Natur erzählt uns, was Sache ist. Wir müssen nur auf sie hören.“ Keine beteiligte Behörde aber habe das bisher mit der zu erwartenden Objektivität in Angriff genommen. Weder die Gemeinde Graach, noch die Verbandsgemeinde. Ein Antrag der VBB, so erinnert Heide Weidemann, das Land im Rahmen der B 50 neu-Planungen zu bitten, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen, fand außer bei der VBB nur noch bei den Grünen Zustimmung. Obwohl das die Verbandsgemeinde nicht mal was gekostet hätte.

„Wir müssen uns einfach selber helfen“, zog Patrick Schenk die Konsequenz daraus. Die VBB werde ein Spendenkonto einrichten und auch einen Antrag an die Bürgerstiftung stellen. „Die Gemeinde Graach sollte sich einen Ruck geben, und ebenfalls dazu beitragen, dass die 6.000 Euro, die das kosten würde, zusammenkommen“ meinte er und bedauerte, dass der Ortsbürgermeister seiner Einladung zum Runden Tisch nicht gefolgt sei.

Der Graacher Rutschhang habe – so wie er ist – doch viel mehr Vorteile für alle, warb Hans-Josef Christmann für dessen touristische Nutzung: „Geologen haben großes Interesse an dieser einmaligen  Geländeformation, und er ist einfach schön und interessant für jeden Wanderer, das Gebiet auf behutsam angelegten Pfaden zu erkunden.“ Christmann bringt seit Jahren mit großem Erfolg seinen Gästen diese schöne Landschaft nahe.

Und noch ein Thema beschäftigte die Runde: Der Weinhandel kleiner Winzerbetriebe in EU-Staaten. Da herrscht große Unsicherheit, die die Winzer zur Aufgabe veranlasst oder auch zu dem – gefährlichen – Versuch verleitet, es heimlich zu machen. Durch die Vermittlung von Hans-Josef Christmann konnten auch Patrick Schenk, Heide Weidemann und Johannes Schneider ein sehr informatives Gespräch mit dem Leiter der Finanzdirektio in St. Vith führen. Fazit: Es kostet ein wenig Einsatz, ist aber überschaubar, auch als einzelner Winzerbetrieb seine Kunden ohne Einschaltung einer Spedition direkt zu beliefern. Man muss nur vorher eine Kaution auf die in Belgien und anderen EU-Staaten fällige Verbrauchssteuer auf Alkohol und die Verpackungssteuer leisten und sich das belegen lassen. Nur: Das ist hierzulande so gut wie nicht bekannt, auch die IHK hilft da in der Regel nicht weiter. „Das muss sich ändern und wir werden intensiv versuchen, hier etwas zu bewegen. Es ist ja nicht mit anzusehen, dass ein lukrativer Markt einfach brachliegt. Gerade die kleinen Winzer brauchen doch Perspektiven.“ Vorab wird die VBB ein Infoblatt erstellen, das schon mal einen ersten Überblick gibt. Die belgische Behörde ist sehr interessiert daran, dass Bewegung in die Sache kommt.

Eine interessante und lebhafte Veranstaltung ging zu Ende mit einem kleinen Umtrunk aus den Schätzen in Patrick Schenks Weinkeller. Das Rückenetikett verriet: „Urgewächs der Mittelmosel – Jahrgang 1962 - ausgeprägter Geschmack, große kräftige Statur, jugendlich-frischer Kandidat mit großem Entwicklungspotential auch für mehr als 8 Jahre Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues“. Patrick Schenk eben.

 

Lesermeinungen:

    Keine Kommentare
Für diesen Eintrag werden keine Kommentare mehr angenommen