Tierschutzgruppe "grünistdiehoffnung" hinterfragt kritisch die Tierhaltung im Zirkus

Kein Applaus für Tierqualerei
www.GRUENISTDIEHOFFNUNG.de 
| 25. April 2007 
Wir, die Menschen von gruenistdiehoffnung.de und auch viele andere, sprechen uns gegen jegliche Haltung und Nutzung von Tieren in Zirkussen aus und fordern ein Verbot der Tierdressuren und Tierhaltung in mobilen wie auch ortsfesten Tierschauen.

Wir, die Menschen von gruenistdiehoffnung.de und auch viele andere, sprechen uns gegen jegliche Haltung und Nutzung von Tieren in Zirkussen aus und fordern ein Verbot der Tierdressuren und Tierhaltung in mobilen wie auch ortsfesten Tierschauen.

(Wild-) Tiere gehören in ihren natürlichen Lebensraum. Nur dort können sie so leben, wie es ihrer Art entspricht. Es gibt aus ethischer Sicht keine Rechtfertigung, sie zu Zwecken des Gelderwerbs gefangen zu halten, zu dressieren und zum Freizeitvergnügen der Menschen vorzuführen. Dies ist keine Sensation sondern massive Tierquälerei.

Herdentiere verbringen ihr Dasein isoliert in viel zu kleinen Käfigen, die sie oftmals tagelang nicht verlassen können. Die Außengehege sind, falls überhaupt vorhanden, winzig und die Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten absolut unzureichend oder nicht vorhanden. Es gibt keinerlei Rückzugsmöglichkeiten. Häufige Ortswechsel, die damit verbundenen langen Transportwege und Wartezeiten und die ständige Nähe von Besuchern bedeuten zusätzlichen Stress. Die Haltung von Wildtieren bedingt die Einschränkungen der Auslebung artspezifischer Verhaltensweisen. Besonders bei der Wildtierhaltung in Zirkussen sind die Einschränkungen als gravierend zu werten, wobei diese primär das Sozial-, Sexual-, Mutter-Kind-, Bewegungs- und Territorialverhalten betreffen.

Die Behauptung, dass Zirkus 'bildet' ist unhaltbar. Das Gegenteil ist der Fall, denn Kinder lernen in einer Tierdressur NICHTS über natürliche Lebensweise, Verhalten oder Bedürfnisse eines Tieres. Sie erleben ein Verhältnis zwischen Mensch und Tier, das durch bedingungslose Unterwerfung und Gewalt geprägt ist. Tiere werden gedemütigt, 'bezwungen' und 'vorgeführt'. Mit einem sinnvollen Mensch–Tier–Verhältnis hat dies überhaupt nichts zu tun.

In anderen Ländern gibt es bereits Gesetze, die das Mitführen von Wildtieren im Zirkus aus Tierschutzgründen verbieten. Belgien, Dänemark, Finnland, Österreich, Schweden u.a. haben schon vor Jahren Haltungsverbote für bestimmte Tierarten beschlossen (z.B. Affen, Elefanten, Großkatzen Robben, Nashörner, Wölfe). Nur in Deutschland dürfen Zirkusse noch immer alle Tierarten mitführen. Es wird lediglich empfohlen, einige Arten nicht in Zirkussen zu halten (u.a. Menschenaffen, Nashörner, Pinguine). Aus Tierschutzsicht ein katastrophaler Zustand, der dringend endlich einer gesetzlich verankerten Veränderung bedarf.

Dressur bedeutet generell Unterwerfung gegenüber dem Menschen. Oft werden mit gewaltsamen Mitteln und physischen Misshandlungen unnatürliche Bewegungsabläufe, sog. ‚Kunststücke', eingeübt. Alle Tiere zeigten deutlich Angst vor den Peitschen, mit denen sehr großzügig umgegangen wurde. Aber auch ohne Dressurhilfe zeigten die Tiere Angst vor den Händen der Mitarbeiter, was auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis hinweist.

Gibt es (k)einen Weg, den Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren gerecht zu werden? Insbesondere die von der Zirkusleidlinie geforderten Mindestgrößen der Unterbringungen?

Deshalb fordern wir zukünftig besser zu prüfen, welche Zirkusse in Trier und Umgebung gastieren dürfen. D. h. konkret, sich für ein Auftrittsverbot von Zirkussen mit Tieren in Trier einzusetzen. Die Städte Heidelberg und Neustadt gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Wir wollen hier keine Werbung machen oder einen bestimmten Zirkus diffamieren, sondern wollen zeigen, dass wir die Wahl haben, denn es gibt eine Menge an Zirkussen die auch ohne Tiernummern ihr Publikum begeistern und erfolgreich sind.

Des weiteren ist es unabdingbar die bestehenden Kontrollen zu verstärken, sie auch einmal unangemeldet durchzuführen und die Untersuchungen in Form eines öffentlichen Registers für Zirkusunternehmen zu dokumentieren.

Der unionsgeführte Bundesrat hat sich am 17. Oktober 2003 entschieden, ein Verbot für bestimmte wild lebende Tiere im Zirkus zu erlassen. Dass der Verordnungsentwurf immer noch auf sich warten lässt, halten wir für unangemessen für einen Staat, der Tierschutz zum Staatsziel erklärt hat. Die ehemalige Regierung hat einige Vorarbeiten zur Rechtsverordnung geleistet. Der Regierungswechsel darf allerdings nicht dazu beitragen, dass die Fortsetzung der Arbeiten zur Umsetzung des Bundesratsbeschlusses ins Stocken gerät. Denn die Praxis ist geblieben: Täglich leiden Hunderte von Wildtieren in Zirkussen, und die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bleiben meist ungeahndet, weil die Kapazitäten und Kompetenzen zur Überwachung sowie geeignete Unterbringungsmöglichkeiten fehlen.

Wir alle gewinnen in einer an moralischen Grundsätzen (die nichtmenschliche Geschöpfe mit einschließen sollten) ausgerichteten Gesellschaft an Lebensqualität hinzu. Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer sagte: „Mitleid ist die Grundlage der Moral.“ Helfen auch Sie mit, in unserer Gesellschaft die Achtung vor dem Leben zu fördern und zu fordern. Gehen Sie lieber mit Ihren Kindern raus in den Wald und entdecken Sie dort das faszinierende und schöne Tierreich.

Oder kommen Sie vorbei und unterstützen den Protest vor Ort.

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