Leserbrief an den TV zum Verbandsgemeinderat Thalfang

| 15. Dezember 2006 
Seit einiger Zeit ärgere ich mich über die einseitige Berichterstattung im Volksfreund. Aus diesem Grund habe ich den nachfolgenden Brief geschrieben. Ich finde die Angelegenheit wird immer unsachlicher. Wenn ich schon lese "Herr Pestemer hat die SPD beleidigt" - wie Herr Jochem (unser Ortsbürgermeister) durchblicken läßt. Bei Herrn Jäger habe ich den Eindruck, dass er glaubt zu allem eine bessere Meinung zu haben. Deshalb äußert er sie auch so oft (u.a. sein Leserbrief zu den Kreuzen in Trier) - dieser Brief trieft ja geradezu vor Intoleranz. Übrigens: Sein ehemaliger Parteivorsitzender hat beim Amtseid auf die Formel: ...so wahr mir Gott helfe verzichtet - hat er dem auch einen Brief geschrieben?

Sehr geehrter Herr Ross,

Ihren Kommentar zum angeblichen Nazi-Vergleich von Richard Pestemer finde ich sehr unausgewogen. Es ist immer leicht sich auf die Seite der Mehrheit zu schlagen.

Tatsache ist jedoch, dass die politische Atmosphäre nicht von Richard Pestemer allein vergiftet wurde. Wie im wirklichen Leben gehören dazu meist immer zwei.

Neumagen-Dhron lässt grüßen.

Sie schreiben, dass es schlechter Stil sei, wenn man offene Briefe öffentlich zerreißt. Dazu kann ich nur sagen, mit diesem schlechten Stil haben die Nazis tatsächlich in der Weimarer Republik angefangen, das müssen Sie doch eigentlich als Journalist (?) wissen.

Herr Pestemer hat in der Ratssitzung seinerzeit einen Vergleich angestellt zwischen dem Zerreißen von öffentlichen Briefen in der Weimarer Republik und den demonstrativen Briefzerreißungen der drei Ratsmitglieder. Der Vergleich war sachlich richtig. Ob er vernünftig war, ist eine andere Frage. Kein Ratsmitglied wurde als Nazi beschimpft. Und schon gar nicht, die komplette SPD! - Wie Ortsbürgermeister Jochem das wohl meint.

Was ich bedenklich finde ist, dass auch hier wieder versucht wird eine Minderheitsmeinung platt zu machen. Oft wird, auch in den Medien dazu das Totschlagargument Nazi-Vergleich oder in anderen Fällen Das schafft Arbeitsplätze verwendet. Bedenklich finde ich außerdem wie gerade die SPD im Wahlkampf um den Verbandsgemeinde-Bürgermeister Posten mit Richard Pestemer umgegangen ist. Da wurde eine Anzeige veröffentlicht, die den bisherigen politischen Lebenslauf von Pestemer tabellarisch wie ein Vorstrafenregister darstellt. Bedenklich finde ich außerdem, dass die SPD-Ortsbürgermeister  (sie sind ja bekanntlich Vertreter ihrer jeweiligen Gemeinde), nur weil sie sich persönlich beleidigt fühlen oder weil sie eine Kampagne gegen einen einzelnen führen, von wichtigen Besprechungen fernbleiben.

Ich selbst stehe keiner politischen Gruppierung nahe. Aber ich muss immer wieder feststellen, dass es für viele einfacher ist mit dem Strom zu schwimmen (Vielleicht ist deshalb ja auch die Nazizeit über uns gekommen?).

Ich halte es deshalb eher mit einem Ausspruch von Dietmar Schönherr: "Mach es wie die Lachse, schwimm gegen den Strom". Das ist meist schwierig, aber es stärkt das Rückgrat .

Einen Grund für eine Entschuldigung sehe ich jedenfalls nicht. Die sogenannten Volksvertreter in Thalfang sollen sich mal nicht wie im Kindergarten aufführen oder wie in der Weimarer Republik. Übrigens: Ein bekanntes SPD-Mitglied konnte noch ganz anders austeilen als Herr Pestemer... richtig: Herbert Wehner.  Aber damals ging es den Volksvertretern ja auch mehr um die Sache!

Mit freundlichen Grüßen: Wolfgang Hax, 54426 Dhronecken, Weyerdamm 3
PS: Kopien diese Briefes habe ich an Herrn Pestemer und einige Ortsbürgermeister geschickt. Außerdem an zwei Mitglieder des SPD-Vorstands in Berlin.

Dateilinks

Persönliche Erklärung Richard Pestemer im VG-Rat 20.12.2006

ERkl rung zum Eklat 20.12.06

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