Atomausstieg jetzt!

Anna Kowollik 
| 19. Juni 2006 
Leserbrief vom 27.4.06 zur TV-Berichterstattung "Aus der Katastrophe lernen" über den Aktionstag des Tschernobylbündnisses

Die wichtigste Forderung des xx-Tschernobylbündnisses kam im gestrigen Bericht zu kurz: Der Atomausstieg ist sofort nötig und machbar. Mangels Platz wurden wohl die Informationsstände und Anliegen der zahlreichen Bündnisgruppen nicht genannt: Das Theater Tatendrang überraschte Passanten in der Fußgängerzone mit Aktionen wie radioaktiver Regen, um sie auf die Gefahr aller Atomanlagen und die jederzeit mögliche Wiederholung eines Super-GAUS hinzuweisen, die Stop-Bure-Gruppe wies auf das unlösbare Atommüllproblem hin und engagiert sich gegen das Endlager­projekt im lothringischen Bure, finanziert u.a. durch deutsche Firmen und EURATOM-Forschungs­geldern.

Zu Cattenom wurde der nicht vorhandene bzw. unmögliche Katastrophenschutz im Falles einer Kernschmelze kritisiert. Greenpeace Trier erklärte die Folgen der Katastrophe sowie die tägliche Schädigung von Mensch und Umwelt entlang der ganzen Atomspirale vom Uran bis zum Atommüll. Der Solarverein zeigt wie jeder auf regenerative Energien setzen kann ebenso die Regionale Energiegenossenschaft Eifel-Mosel-Hunsrück die konkrete Projekte z.B. mit Biomasse realisiert. Die Initiative gegen Atomwaffen wie auf die Untrennbarkeit der so genannten „zivilen“ und militärischen Atomenergienutzung hin – neben einem weltweiten Atomausstieg seine auch die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen anzustreben.

Unterstützt wurde der Aktionstag zudem von der Lokalen Agenda, der AG Frieden und dem Ökologiereferat des AStA der Uni Trier. Die Gruppe Messen für aktiven Umweltschutz (MAUS), die mehrere Messstationen betreibt, hätte übrigens gestern direkt vor Ort Daten zu radioaktiven Belastung durch Cattenom geben können – statt die Wetterstation Trier zu befragen. Übrigens ist es medizinisch nicht entscheidend wie viel Radioaktivität ein Mensch ausgesetzt wird – auch erlaubte Werte können zu (Krebs)Erkrankungen führen und noch heute sind Wild und Pilze v.a. in Bayern sogar nach offiziellen Grenzwerten radioaktiv verseucht.

Neben dem persönlichen Atomausstieg – sprich weg von Atomstromanbietern, wozu auch die Stadtwerke Trier mit dem Atomkonzern RWE gehören, ist politischer Druck für eine ökologische Energiewende und einen Ausstieg, der den Namen auch verdient, notwendig.

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