Der Zeitgeist ist unsichtbar, logisch...

|  9. Februar 2006 
In der Zeit, in der man nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist, was man glauben kann oder darf, ist es nicht verwerflich an der Existenz von Menschen zu zweifeln. Nicht unbedingt an der physischen, aber doch an der psychischen. Besonders, wenn ich an den Spot denke, in dem ein kleines, träges Männlein in George W.'s "Hirn" alles regelt und steuert, was er in der Öffentlichkeit so von sich gibt.
Mr. Brean und der Produzent

Genau davon handelt der Film "wag the dog", zu deutsch "wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt". Eine Satire vom feinsten, die einen sehr stutzig macht.

War Schröder's Liebeserklärung an seine Doris während des TV-Duells mit Eddi ein Einblick in sein Leben, oder war es eine PR-Intelligenzmaschine hinter den Kulissen, die mit seinem Knopf im Ohr verbunden war?! Oder noch Banaleres, wie Angy's "Mir geht es gut!"... Ist dieser grammatikalisch hochwertige Satz von ihr selber oder nur auswendig gelernt?

Mimik, Gestik, Aussagen... Fake oder Wahrheit??

"Albanisches" Mädchen

Barry Levinson hat es mit seinem Film sozusagen auf den Punkt getroffen:
10 Tage vor der Wahl in den USA konnte der Präsident seine Finger nicht von einem kleinen Mädchen lassen, das gefundene Fressen für alle Klatsch-Reporter. Doch so kurz vor der Wahl ein Schnitzer, der das Amt kosten könnte. Also was tun?
Conrad Brean (Robert de Niro) macht's halt wieder heile. Er, sozusagen der persönliche Präsidenten-Dreck-Wegfeger, erfindet einfach Politik.
Wie wär's mit einem kleinen feinen Krieg, gerade groß genug, um den Sex-Skandal nebensächlich werden zu lassen.
Und am besten noch da, wo sich sowieso keiner auskennt (Amis sollen in Geographie ja nicht die besten sein, hab ich mal gehört).
Also Albanien! "Warum nicht!", so Brean's trockene Antwort.
Noch einen ehrgeizigen Produzenten angeheuert (Dustin Hoffman) und das Unmögliche wird möglich!
Ein paar Bilder, natürlich hinter blauem Hintergrund, den China-Aufenthalt des Präsidenten aufgrund "Krankheit" um ein paar Tage verlängern, und keiner denkt mehr an Geschehenes. "Was der Mensch sieht und hört, das glaubt er", nach diesem Motto werden falsche Informationen übers Fernsehn verbreitet, manipuliert und gebastelt. Selbst patriotische Lieder werden komponiert, um alles echt wirken zu lassen. Und dabei immer schön flexibel bleiben...

Nach dem Film hatte ich auf einmal eine ganz andere Auffassung von der MedienGewalt. Was in dem Streifen (übrigens von 1997) noch Ironie oder Sarkasmus war, kann heute oder morgen schon Wirklickeit sein.
Ich brauche nur "Mohammed-Karrikatur" zu sagen.

Aber seht euch den Film an und entscheidet dann selber, ob Gerhard's Haarfarbe unwirklich echt oder wirklich unecht ist... 

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