Es lebe der „Hahn"

Rachhildis, Freifrau von Droste Wütherich 
|  2. Januar 2006 
Zu den bedeutendsten Großflughäfen unserer Region zählt neben dem International Airport Saarbrücken-Ensheim und dem Zweibrücker Airport mit Outlet Center, zweifelsfrei der „Hahn" im Hunsrück. Er verbindet eine Region, in der noch bis zu Beginn der neunziger Jahre um 22.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt wurden und Meister Reineke seinem Kumpel, Meister Lampe eine gute Nacht wünschte. Doch anstatt sich darüber zu freuen, endlich Anschluss an die große weite Welt gefunden zu haben, sind die Hunsrücker undankbar, ihr „Hahn" ist ihnen ein Dorn im Auge.

Glaubt man den Politikern, und an die muss der Mensch schließlich glauben, so droht im Einzuggebiet des Hunsrück-International-Airports schon in ganz naher Zukunft die absolute Vollbeschäftigung mit Spitzenlöhnen, 20 Stunden-Woche und mindestens 50 garantierten Urlaubstagen im Jahr. Die pro Kopf Einkommen werden auf das tausendfache Ansteigen und kapitale Renten gibt es schon mit 40 Lenzen auf dem Buckel.

Wacht endlich auf, und erkennt die Segnungen die mit Ryan-Air und „Schnäppchen-Airways" by Day and Night über Euch kommen", oder „Wir sind Hahn", so könnten die Parolen lauten. Mal schnell ein paar Schuhe in Mailand kaufen, das neue Kleid aus Barcelona, zum Dämmerschoppen auf die Balearen und billigen Wodka aus Minsk, Moskau, oder Sewastopol. Eine Woche Abenteuerurlaub in Kabul schon für unter 50 Euro zu haben, natürlich nur der Hinflug, wer weis schon wie der Abenteuerurlaub ausgeht.

Der Hunsrück, dank Hahn, die einzige blühende Landschaft südlich der Kieler Förde und niemand vor Ort hat bis heute die ungeahnten Möglichkeiten erkannt. Mit dem Airbus A 380 Super XXL mal eben in den Jemen, all inclusive, mit Übernachtung im Beduinenzelt und Freikauf durch die Bundesregierung. Schon in wenigen Jahren wird die Menschheit ihre Urlaubsgewohnheiten vervollkommnen und im Weltraum werden Badekuren so selbstverständlich sein, wie Wellnessangebote und Kegelausflüge zum Saturn. Da darf der Hahn sich nicht verweigern. Was die Region hier dringend braucht ist eine eigene Raumfahrtagentur, damit die Gewinne nicht an irgend eine kasachische Raketengesellschaft mit beschränkter Haftung gehen.

Der Tag muss kommen, an dem die Bürger und ihre Kommunal und Landespolitiker an einem Strang ziehen. Der Hunsrück, die „Porta Universalis" des Tourismus muss heraus aus seinem Dornröschenschlaf. Die Verkehrsanbindungen sind zu optimieren um die Massen der Jetwilligen zu lenken. Transrapidstrecken nach Trier und Bitburg, über Koblenz nach Montabauer, hinein ins Saarland und darüber hinaus bis nach Pirmasens sind keine Frage, sondern vorrangig in die Verkehrswegeplanung einzubeziehen. Also „Du bist Hunsrück" und nun packt es endlich an.

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